„Mama macht das schon!“ – oder lieber nicht?

Es fängt mit den kleinen Dingen an. Sich alleine die Schuhe anziehen, mit dem Fahrrad alleine zur Schule fahren, alleine einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren, alleine seinen Koffer packen können, alleine mit Freunden in den Urlaub fahren, alleine wohnen.

Manchen fällt das Wort „alleine“ hierbei negativ auf. Man will sein Kind schließlich beschützen, ihm helfen, für es da sein. Das Selbstständigkeit aber eine Tugend ist, die dadurch entsteht, dass Eltern auch einfach mal garnichts tun, ist für manche schwer zu akzeptieren.

Von Selbstständigkeit, Glück und der Kontrolle über das eigene Leben

In der Psychologie spricht man hierbei von Selbstwirksamkeitserwartung (Self-Efficacy) oder internaler Kontrolle – dem Gefühl, etwas bewegen zu können. Wenn Kinder nicht lernen, dass A zu B führt weil sie selber aktiv an diesem Geschehen beteiligt sind und ihnen altersgerechte Aufgaben aus falscher Fürsorge abgenommen werden, werden sie untätig. Aus untätigen Kindern werden untätige Erwachsene, weil sie nie gelernt haben, dass sie – wenn sie wollen – an einer Situation selber etwas ändern können. Sätze wie „Ach das bringt doch eh nichts“ und „Egal wieviel ich für die Schule lerne, ich fall ja sowieso durch“ machen Kinder eventuell zum Spielball ihrer Umwelt. Selbstständigkeit hingegen, kombiniert mit einer guten Portion Optimismus und Selbstvertrauen, führt zu einem erfolgreichen, glücklichen Leben.

Vor allem Müttern fällt es oft schwer, loszulassen

Besonders den Müttern fällt es schwer, wenn ihre Kinder flügge werden. „Empty Nest Syndrome“ nennt man das, zu Deutsch die Angst vor einem „leeren Nest“. Dieses Phänomen gilt als das Gegenstück zur „Midlife Crisis“ der Männer. Ein Großteil des Selbstwertgefühls und des Selbstkonzepts von Frauen mit Kindern basiert darauf, Mutter zu sein. Wenn man Mütter spontan fragen würde „Was bist du?“ oder „Wie und worüber definierst du dich?“ wäre wohl die erste oder spätestens die zweite Antwort „Mutter“. Wenn Kinder groß werden, ausziehen und nicht mehr auf die elterliche Hilfe angewiesen sind, fällt dieser enorm wichtige Punkt weg.

Wie ein altes chinesisches Sprichwort besagt: „Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln. Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.“ Besonders beim Nesthäkchen fällt es natürlich viel schwerer, loszulassen. Dabei tut es jungen Menschen so gut, ihnen einen Schubs in „die Welt da draußen zu geben“ und sie einfach mal machen zu lassen. Eltern, die den Lebensweg ihrer Sprösslinge immer überwachen und exakt so gestalten, wie sie es gerne hätten, tun ihnen im Endeffekt nichts Gutes.

Warum Mütter trotzdem immer Mütter bleiben dürfen

Kind bleibt man natürlich trotzdem immer, egal wie alt man ist.  Auch heute sagt meine Mutter noch: „Kind, nimm dir bitte einen Schal mit, es soll heute kühl werden“. Sie haben uns ein Leben lang begleitet, beraten und uns zur Seite gestanden – und werden es auch in Zukunft immer tun. Mütter bleiben einfach immer Mütter.

(Bild: Wikipedia)

alleine . Selbstständigkeit

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