Kinderfotos auf Facebook: Gehört dein Profil noch dir oder deinem Kind?

Endlich bekommen wir ein Bild von dem Neugeborenen zu sehen. Und hier noch eins beim Schlafen und beim Füttern und beim Spielen und beim … Der Bilderfaden reißt nicht mehr ab – und das über mehrere Jahre.

Das Eltern stolz auf ihre Kinder, deren prächtige Entwicklung und ihr Familienglück sind, kann ihnen niemand nehmen. Dass sie diese Entwicklung auch mit der Welt teilen möchten, steht außer Frage. Aber müssen es täglich 20 und mehr Bilder auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken sein? Ich denke nicht. Gerade in der heutigen Zeit sollte man sich immer zweimal mehr Gedanken darüber machen, was man der weiten Welt des Internets preis gibt und was lieber nicht. Wie will man seinen Kindern später den sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten im Internet beibringen, wenn man sein ganzes Leben schon im Netz veröffentlicht hat?

Unwissenheit schützt leider nicht vor Gefahren. Häufig wird vergessen, dass mit jedem Bild, welches man von seinen Kindern postet, das Persönlichkeitsrecht am eigenen Bild der Kleinen verletzt wird. Doch es ist nicht nur das. Wer denkt: „Man kann ja alles wieder löschen“, vergisst, dass das Internet nichts vergisst. Einmal online, immer online. Dabei machen sich auch gern soziale Netzwerke die Nutzungsrechte an Bildern zu Eigen und behalten sich vor, diese gegebenenfalls auch an Dritte (z.B. Werbepartnern) weiterzuleiten. Ist das Bild dann erst einmal auf einem riesigen Werbebanner zu sehen, ist das Geschrei groß.

„Wie peinlich dieses Bild doch ist“ – wer selbst schon einmal in dieser Situation war, weiß wovon ich spreche. Nichtsahnend loggt man sich ein und sieht, was besser niemand hätte sehen sollen: Freunde haben das peinlichste Bild des Jahrhunderts online gestellt, weil es „lustig“ oder „niedlich“ oder sonst etwas ist. Auch unsere Kinder könnten später einmal in so eine Situation geraten, wenn sie alt genug sind und sehen, was die Eltern da so alles von ihnen preisgegeben haben. Das kann auch schnell mal in Cyber-Mobbing enden, wenn Altersgenossen diese „Peinlichkeiten“ ausfindig machen.

Von den zahlreichen Gefahren, die im Internet sonst noch lauern, will ich gar nicht erst anfangen. Jedes Bild kann schließlich auch auf jedem Endgerät einfach so gespeichert werden. Bevor man also Bilder postet, sollte man sich immer fragen: Möchte ich, dass jemand so ein Bild von meinem Kind auf seinem Handy oder PC hat?

Über unsere Bilder machen wir uns (bestenfalls) immer Gedanken, bevor wir sie hochladen. Wir selbst entscheiden, ob wir ein Bild online stellen oder nicht. Kleinkinder haben diese Entscheidungsfähigkeit noch nicht. Dies sollte man – auch wenn von Familienglück geblendet – nicht einfach ausnutzen. Es spricht nichts gegen ein Bild von dem schönen Ausflug zusammen oder vom Geburtstag des Kindes. Dennoch sollte die Internetpräsenz der Kinder auf dem eigenen Profil nicht größer sein, als die eigene.

 

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